Grusswort

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

im Jahr 2018 wird der Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Angiologie in Münster stattfinden. Das Motto des Kongresses: „Wirklichkeit und Visionen“.

In den letzten 20 Jahren hat die Gefäßmedizin eine fulminante Wandlung durchlebt von einem überwiegend konservativ orientierten Fachbereich zu einer der medizinisch innovativsten und auch interventionell stärksten Fachdisziplinen. Unter dem Motto „Wirklichkeit und Visionen“ möchten wir die aktuellen Entwicklungen und Zukunftsperspektiven in der Forschung, Patientenversorgung und Gesundheitspolitik mit den Fachkolleginnen und -kollegen aus der Angiologie, Kardiologie, Radiologie und Gefäßchirurgie, aber auch den hausärztlich-tätigen Kolleginnen und Kollegen in Münster 2018 gemeinsam diskutieren.

Dabei soll die „Wirklichkeit“ mit den derzeit gängigen medizinischen Standards u.a. bei der Antikoagulation der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit, aber auch der venösen Thromboembolien ausführlich dargestellt werden. Auf die Bedeutung des Risikofaktorenmanagements bei der lipidsenkenden Therapie – hier gerade auch die neuen Entwicklungen im Bereich der PCSK9-Inhibitoren – sowie der antihypertensiven Therapien wird ebenso ausführlich eingegangen werden.

Einen besonderen Stellenwert werden die erreichten Fortschritte im Bereich der kathetergestützten Therapien von arteriellen aber auch venösen Erkrankungen haben, so dass die diesbezüglich neuen Technologien und Studienergebnisse dargestellt und diskutiert werden.

Wichtige Impulse im Bereich der regenerativen Therapien mittels Genkonstrukten oder Stammzellen – ungeachtet ihres Erfolges – sind in der Gefäßmedizin früher als in anderen Fachbereichen als „visionäre Konzepte“ angewandt worden und sollen auch 2018 von international anerkannten Experten dargestellt und ihre Optionen diskutiert werden.

Aktuelle wissenschaftliche Auswertungen zeigen, dass die Implementierung von evidenz-basierten medizinischen Standards prognostisch eine große Rolle spielt, gleichwohl in der Wirklichkeit aber noch nicht ausreichend umgesetzt wird. Daher werden wir uns auch der Frage widmen, warum unsere Gefäßpatienten noch nicht im zu erwartenden Ausmaß die Standardtherapien in den Bereichen Antikoagulation, Lipidsenkung und auch anderer Risikofaktorenkontrolle sowie im Bereich der interventionellen Therapie erfahren.

Schließlich wollen wir unter diesen Aspekten die „Wirklichkeit und Visionen“ gesundheitspolitischer und vergütungstechnischer Aspekte mit hochkompetenten Experten aus der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen und der Politik diskutieren.

Die Kongressstadt Münster hat sozial und kulturell sehr viel zu bieten: Noch heute zeugen die denkmalgeschützten Fassaden am Prinzipalmarkt von der großen historischen Bedeutung der bereits 805 n.Chr. erstmals namentlich erwähnten Stadt Münster, die als Stätte des Westfälischen Friedens mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet wurde. Heute gilt die Fahrradstadt Münster als lebenswerteste Stadt der Welt in ihrer Größenkategorie.

Mit besten Grüßen

Dr. med. Eva Freisinger    Dr. med. Nasser Malyar    Prof. Dr. med. Holger Reinecke